Reiseapotheke Gesundheit im Gepäck

Endlich Urlaub – Koffer packen und ab in die Sonne! An Reiseführer, Flip-Flops und Sonnenhut ist gedacht. Doch wie sieht es mit der Reiseapotheke aus? Ist noch alles Wichtige enthalten? Keiner wünscht sich, im Urlaub krank zu werden. Doch vor Montezumas Rache oder kleinen Blessuren ist niemand gefeit. Wer für den Fall der Fälle gerüstet ist, erspart sich im Urlaub vielleicht die lange Suche nach dem richtigen Medikament, vor allem wenn man der fremden Sprache nicht mächtig ist. Bringen Sie Ihre Reiseapotheke mit in Ihre Guten-Tag-Apotheke. Hier hilft man Ihnen gerne, sie auf den neusten Stand zu bringen. Denken Sie außerdem daran, alle Medikamente, die Sie auch zu Hause regelmäßig einnehmen, in ausreichender Menge einzupacken. Nicht immer sind diese in anderen Ländern in gleicher Qualität erhältlich.

Sieben häufige Beschwerden
Der eine stattet die Reiseapotheke viel- leicht lieber etwas üppiger aus als der andere. Doch gegen die sieben häufigsten Beschwerden unterwegs sollte man auf jeden Fall gewappnet sein: Die „Minimal-Reiseapotheke“ sollte Mittel gegen Schmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Sonnenbrand und Insektenstiche sowie Verbandmaterial und Desinfektionsmittel bei Verletzungen enthalten (siehe Kasten S. 8). Auf Reisen sind übrigens Präparate hilfreich, die auch ohne Wasser eingenommen werden können.

Wenn die Reise ins Ausland geht, sollte man daran denken, dass für die Einfuhr einiger Arzneimittel Genehmigungen benötigt werden.

Wichtige Bescheinigungen
Wer zum Beispiel wegen Diabetes- oder Rheuma-Spritzen mit sich führen muss, kann sich vom Arzt die Notwendigkeit bescheinigen lassen, um am Flughafen oder beim Zoll Probleme zu vermeiden. Für Diabetiker gibt es beispielsweise einen internationalen, mehrsprachigen Diabetikerausweis. Bei medizinischen Notfällen oder Unfällen kann zudem der Europäische Notfallausweis (ENA) lebensrettend sein. Hier sind chronische Erkrankungen, schwere Operationen, Überempfindlichkeiten, Impfungen, lebensnotwendige Arzneimittel sowie die Blutgruppe eingetragen. Sie erhalten den Ausweis in Ihrer Guten-Tag-Apotheke oder beim Arzt. Auch für die Mitnahme starker Schmerz- und Beruhigungsmittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist eine ärztliche Bescheinigung vorgeschrieben. Nähere Informationen finden Sie im Internet beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM – www.bfarm.de). Die Richtlinien Ihres Urlaubslandes können Sie außerdem bei der zuständigen Botschaft in Deutschland erfragen.

Notfallration ins Handgepäck
Viele Wirkstoffe vertragen weder Sonne noch Hitze. Zu den besonders empfindlichen Arzneimitteln gehören Insulin und Medikamente, die bei Rheuma oder Multipler Sklerose gespritzt werden. Ob Arzneimittel wärmeempfindlich sind, können Sie in Ihrer Guten-Tag-Apotheke erfragen. Solche Medikamente sind un- terwegs in einer Kühltasche zu verstau- en. Während einer Flugreise packen Sie empfindliche Arzneimittel am besten ins Handgepäck. Bei vielen Fluggesellschaften können Sie Medikamente auch beim Check-in bei der Bordcrew abgeben. Täglich benötigte Medikamente gehören ebenfalls ins Handgepäck. „Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und nehmen Sie eine zusätzliche Ration mit ins Handgepäck, mit der Sie im Notfall einige Tage überbrücken könnten“, sagt Thomas Brückner, Apotheker beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie. So sind Sie bei einem Gepäckverlust so lange versorgt, bis Sie bei einem Arzt vor Ort eine neue Verschreibung erhalten. Auch flüssige Arzneiformen wie Augen- tropfen oder Hustensäfte sind im Handgepäck am besten aufgehoben. Dabei müssen die aktuellen Vorschriften der Fluggesellschaften in Bezug auf zulässige Mengen und Verpackungen beachtet werden. Flüssigkeiten sind prinzipiell nur in Behältern mit einem maximalen Fassungsvermögen von 100 Millilitern erlaubt. Davon ausgenommen sind verschreibungspflichtige Medikamente, die während der Reise eingenommen werden müssen, nicht aber Kontaktlinsenlösungen.

Zeitverschiebungen beachten
Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, muss bei Fernreisen mit einer Zeitverschiebung Dosierung und Einnahmezeitpunkt ändern. „Arzneimittel wirken nur dann optimal, wenn sie im vorgegebenen Rhythmus eingenommen werden“, erklärt Apotheker Brückner und ergänzt: „Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den Präparaten, zum Beispiel, weil einige an Tageszeiten und andere an bestimmte Zeitintervalle gebunden sind.“ Genaue Informationen zu verschiedenen Medikamenten und zum Beispiel auch zur Einnahme der Antibabypille bei Reisen mit Zeitverschiebung erhalten Sie in Ihrer Apotheke oder beim Arzt. Thrombose vorbeugen Wenn Sie während einer Reise lange unbeweglich sitzen, kann sich das Blut in den Beinen stauen. Im schlimmsten Fall bildet sich ein Thrombus, der eine Beinvenenthrombose oder eine gefährliche Lungenembolie auslösen kann. Mit locker sitzender Kleidung und Venengymnastik während der Reise können Sie vorbeugen. Zum Beispiel regelmäßig die Füße kreisen lassen. Auch Kompressionsstrümpfe und Venenmittel wie Rosskastanie und Rotes Weinlaub unterstützen die Beine. Besonders Gefährdete, etwa Personen mit Herzschwäche oder Schwangere, können sich von ihrem Arzt Heparinspritzen zur Blutverdünnung verschreiben lassen, die man sich vor der Reise selbst verabreichen kann. Auch die vorbeugende Einnahme von Acetylsalicylsäure kann eine Schutzwirkung haben, sollte aber mit dem Arzt besprochen werden.

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