Aufwachen, bitte!

Die Sonne scheint, es grünt und blüht, die Natur erwacht. Und dann das: Gähn-Attacken noch vor dem Mittag, schwere Glieder, Kreislaufschwäche, leichte Kopfschmerzen, Gereiztheit, Antriebslosigkeit. Die Frühjahrsmüdigkeit schlägt zu. Schätzungen zufolge sind in unseren Breiten bis zu 70 Prozent der Menschen von dem Phänomen betroffen. Über die Ursachen grübeln Schlafforscher, medizinische Klimatologen, Psychologen und Chronobiologen. Einig sind sie sich nur in einem Punkt: Die Frühjahrsmüdigkeit hat mehrere Ursachen.

Wie die Tiere auch passt sich der Mensch seinen äußeren Bedingungen an. Im Winter ist unsere Körpertemperatur ein paar Zehntel Grad niedriger als im Sommer, die Blutgefäße enger, der Stoffwechsel langsamer. Mit den steigenden Temperaturen zum Frühlingsanfang wärmt sich auch der Körper wieder auf und die Blutgefäße weiten sich. Zwangsläufige Folge: Der Blutdruck sinkt.

Auch der Hormonhaushalt im Körper stellt sich um. Während im düsteren Winter verstärkt Melatonin produziert wird, also das Hormon, das unser Schlaf-Bedürfnis regelt, kurbelt das Sonnenlicht im Frühling die Produktion des Glückshormons Serotonin an. Diese Umstellung schafft der Körper natürlich nicht von einem Tag auf den anderen. Etwa drei bis vier Wochen lang herrscht hormonelles Chaos – mal überwiegt das „Schlaf-Hormon“ Melatonin, mal das „Wach-Hormon“ Serotonin. Das launische Aprilwetter macht die Anpassung nicht gerade einfacher.

Ganz simpel mutet dagegen ein weiterer Grund für die Frühjahrsmüdigkeit an: Schlafmangel. Viele Menschen neigen dazu, an milden Frühlingsabenden länger wach zu bleiben und Ihren Schlafrhythmus an die kürzeren Nächte anzupassen. Auch die Zeitumstellung tut ihr Übriges und lässt die innere Uhr kurzzeitig aus dem Takt kommen. Zu allem Überfluss steckt uns da auch noch der Winter in den Knochen. Mangelnde  Bewegung und oft ungesunde Ernährung in der trüben Jahreszeit haben den Körper geschwächt und machen ihn gerade jetzt besonders anfällig für Infekte.

Aber keine Sorge: Sie sind der Frühjahrsmüdigkeit nicht schutzlos ausgeliefert. Mit ein paar einfachen Tipps machen Sie Ihren Körper fit und munter für den Frühling:

* Sonnenlicht wirkt wie Medizin gegen Frühjahrsmüdigkeit, weil es die Produktion von Vitamin D und Serotonin anregt. Also: Sonne tanken.
* Nutzen Sie muntere Stunden für Sport und Bewegung. Vor allem ein Spaziergang auf dem Deich oder eine Runde Jogging im Park bieten sich da an. Denn bei Sonnenschein und an der frischen Luft, zeigt die Bewegung gleich doppelt Wirkung.
* Als akute Behandlung am Morgen sind auch Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser empfehlenswert. Das bringt den Kreislauf in Schwung.
* Gehen Sie bewusst früher schlafen. Der Sommerschlaf ist bei vielen Menschen nicht so tief wie der „Winterschlaf“ – das lässt sich mit längeren Schlafenszeiten ausgleichen.
* Hält sich die Müdigkeit tagsüber all zu hartnäckig, kann auch ein kurzes Mittagsschläfchen Wunder wirken. Es sollte aber beim Nickerchen von rund 15 Minuten bleiben – sonst geht der Körper in den „Tiefschlaf-Modus“.
* Nach der – seien wir ehrlich – eher süßen und fettigen Ernährung im Winter, ist im Frühling wieder vitaminreiche und vollwertige Kost angesagt. So bekommt der Körper genug Energie für die aktiveren Jahreszeiten.

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