Gut geschützt verreisen !

web_blog_urlaubNicht nur die passende Kleidung und der Fotoapparat gehören ins Reisegepäck, sondern auch Sonnenschutzmittel und Arznei – sonst wird aus den schönsten Wochen des Jahres womöglich eine schmerzhafte Erfahrung.

Fast jeder von uns kennt das alte Kinderspiel als Gedächtnistraining und als die Übung, der sich jeder Reisende in schöner Regelmäßigkeit vor dem Urlaub stellt: „Was packe ich ein? Das blaue Hemd oder lieber doch das weiße, die kurze Hose oder die lange?“.

Dabei gibt es neben der Kleiderfrage wichtigere Punkte zu beachten. Eine Urlaubsreise – insbesondere wenn sie in die Ferne geht – erfordert eine rechtzeitige und gründliche Vorbereitung: So ist es sinnvoll, sich zunächst mit dem eigenen Impfausweis zu beschäftigen. Habe ich empfohlene Impfungen, wie Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung regelmäßig auffrischen lassen oder liegt die letzte Immunisierung schon viele Jahre zurück? Bin ich gegen eine Hepatitis A geschützt? Gerade durch Fäkalien übertragenen Leberentzündungen nehmen in den letzten Jahren stark zu. Gibt es in meinem Urlaubsland besondere, vorgeschriebene Impfungen, wie „Gelbfieber“ oder „Tollwut“, deren Durchführung möglicherweise bereits bei der Einreise nachgewiesen werden muss?

Für Fragen zu notwendigen, vorgeschriebenen oder empfehlenswerten Impfungen stehen Ihnen der Hausarzt, der jeweilige Hafenarzt, oder ihre Apotheke zur Verfügung. Häufig bieten auch spezialisierte Webseiten – wie die des Robert-Koch-Instituts erreichbar unter www.rki.de – nützliche Informationen.

Zu beachten gilt zusätzlich, dass unser Körper im Urlaubsland unter Umständen mit Krankheits-erregern in Kontakt kommt, die bei uns – wie die „Grippe“ oder die „Masern“ – nur saisonal oder selten vorkommen. Exemplarisch seien hier alle Fußballfans erwähnt, die sich nach Südafrika aufgemacht haben, um die Deutsche Nationalmannschaft live im Stadion zu sehen. Sie befinden sich dort im tiefen Winter und werden vor Ort mit einer Grippe- und einer Masern-Epidemie konfrontiert.

Ein Sonnenbrand kann die Urlaubsfreuden tagelang trüben. Daher ist es unbedingt erforderlich, bei allen Reisen in sonnige Länder einen ausreichenden Sonnenschutz zu berücksichtigen. Dies gilt im Übrigen auch für Reisen in die Berge. Der Lichtschutzfaktor sollte zu Beginn des Urlaubs höher sein und kann mit zunehmender Bräunung reduziert werden. Der Faktor „20“ sollte jedoch zu keiner Zeit unterschritten werden. Unterschieden wird zwischen chemischen und mineralischen Lichtschutzfaktoren, wobei es zu beachten gilt, dass Sonnencremes mit einem chemischen Lichtschutz ca. 30 Minuten vor der Sonneneinstrahlung aufgetragen werden müssen. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, wenn Sie mit Kindern auf Reisen gehen, denn diese müssen mit einem noch höheren Lichtschutzfaktor auf die Sonne vorbereitet werden. Ein wichtiges Utensil in der Sonne ist ein Hut, der – bestenfalls ausgestattet mit einer breiten Krempe – zusätzlich den Nacken schützt. Besonders empfindlich sind Personen mit hellen oder dünnen Haaren, sowie Kinder.

Die richtige Zusammenstellung der Reiseapotheke ist ein weiterer wesentlicher Punkt der Reisevorbereitung. Zur Grundausstattung gehören die folgenden Medikamente: Tabletten gegen Schmerzen und Fieber (Paracetamol oder Ibuprofen) und ein Präparat gegen Durchfall (Imodium® oder Perenterol®). Der auf Reisen in warme Länder gefürchteten „Rache Montezumas“ kann wirksam auch durch einige einfache Verhaltensmaßregeln begegnet werden. Es gilt: Keine rohen Speisen und Wasser nicht aus der Leitung. Besser ist es, abgekochtes Wasser oder Mineralwasser aus der Flasche zu verwenden. Bei empfindlichen Personen gilt diese Regel auch für das Zähneputzen. Der weltgewandte Reisende hält sich an die Regel: „cook it, boil it, peel it or forget it“ und verbringt seine Urlaubstage nicht auf der Toilette.

Pflaster und Hautdesinfektionsmittel gehören ebenso zur Ausstattung, wie ein kühlendes Gel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand. Durch die ungewohnte Zusammensetzung oder Zubereitung der Speisen kommt es gelegentlich auch zu Sodbrennen oder Verstopfung, Deshalb gehört immer auch Medikament gegen Magenbeschwerden (hier empfehle ich gern pflanzliche Wirkstoffe) und ein leichtes Abführmittel dazu. Bei Reisen in Länder mit einem niedrigen Hygienestandard empfiehlt es sich zusätzlich einige Einmalspritzen und -kanülen, sowie ein paar Fäden steriles Nahtmaterial in der Reiseapotheke zu berücksichtigen.

Der Begriff „Urlaub“ leitet sich vom alt- bzw. mittelhochdeutschen Wort für „erlauben“ her. So baten im Mittelalter Ritter ihre Lehnsherren um „urloup“, um in eine Schlacht zu ziehen. Wenn Sie also jetzt alle Tipps beachten, dann bin ich zuversichtlich, dass Sie die Schlacht um das Büffet oder die Sonnenliege gut überstehen werden.

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