Wie weit darf Werbung gehen ?

Mao Zedong, wie DocMorris ihn sieht ?

Mao Zedong, wie DocMorris ihn sieht ?

Glaubt man den Gerüchten so arbeitet das Unternehmen DocMorris, eine bekannte niederländische Versandapotheke mit einer deutschen Markenpartnerschaft, zur Zeit an einem neuen Kommunikationsauftritt. Dieser soll der Versandapotheke und auch den Markenpartnern zur Verfügung stehen. Beauftragt wurde hiermit die Agentur Grey aus Düsseldorf. Jetzt haben einige der Entwurfsarbeiten von Grey ganz offensichtlich ihren Weg ins Internet gefunden und schon ist der Skandal perfekt: Auf den verschiedenen Entwürfen sieht man Spermien, bei denen jeweils eines ein stilisiertes Gesicht von Adolf Hitler, Osama bin Laden oder Mao Zedong trägt. Die Entwürfe seind mit der Bildunterschrift „1 Latex Condom extra safe – available at all DocMorris Pharmacies“.

Nach heftigen Protesten der chinesischen Regierung und einigen jüdischen Verbänden hat sich Grey jetzt für die Entwürfe, die nie hätten das Haus verlassen sollen, offiziell entschuldigt.

Sicher muss Werbung auch provozierende Elemende enthalten, um ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit zu wecken, hier werden aber wieder mal Grenzen deutlich überschritten. Aber wie nach den kontroversen Sujets des Unternehmen Benetton stellt sich hier die Frage nach einer kritischen Selbstreflexion und einer ethischen Selbstkontrolle der Agenturen.

Weiterhin bleibt abzuwarten, ob es Grey gelingen wird, die Angelegenheit wieder einzufangen und wie sich das Leck im eigenen Haus auf die Geschäfte des Agenturnetzwerk in Asien auswirken wird.

Ein Kommentar zu Wie weit darf Werbung gehen ?

Apotheken müssen tatsächlich ein wenig aufpassen, was für Werbung so genutzt wird. Denn bei den Arzneimitteln gelten andere Bestimmungen, als etwa für Kondome: http://www.recht-freundlich.de/werbung-auf-der-packung-eines-arzneimittels-bgh-urteil-vom-13-12-2012-az-i-zr-16111

Hier darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass das Produkt und die Werbung auf der Packung des Arzneimittels eine irgendwie geartete Einheit bilden – sonst ist die Werbung irreführend. Soweit das Urteil des BGH.

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