SPD fordert Sondervertriebsweg für die „Pille“

Sind es jetzt nur Wortgefechte im Vorwahlkampf oder macht die SPD jetzt ernst ?
Die SPD Bundestagsfraktion brachte jüngst einen Änderungsantrag für einen Sondervertriebsweg für orale Kontrazeptiva in die Beratungen zu AMG-Novelle ein. Ziel ist es die Antibabypille aus der Apothekenpflicht zu entlassen, um sie über Gesundheitsämter und anerkannte Beratungsstellen sozial benachteiligten Frauen zu günstigeren Preisen zur Verfügung zu stellen. Dies ist sicherlich ein ehrbares Ansinnen, denn eine vernünftige Aufklärung, verbunden mit einer erschwinglichen Versorgung mit Kontrazeptiva hilft sicherlich unerwünschte Schwangerschaften zu vermeiden.
Die praktische Durchführung erscheint aber fraglich, so haben doch Gesundheitsämter und auch die Beratungsstellen, wie Pro Familia, bedingt durch ihre beschränkten Öffnungszeiten, gegenüber den Apotheken eine deutlich verringerte Erreichbarkeit. Auch sind die ärztlichen Kapazitäten häufig beschränkt. Sollten die Ärzte in Ämtern und Beratungsstellen weitere Aufgaben wahrnehmen müssen, geht dieses nur zu Lasten der bsiherigen Aufgaben. So sagte die Bundesvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung – Pro Familia – Dr. Gisela Notz und ihre Stellvertreterin Ulla Ellerstorfer „der Vorschlag führe nicht zu einer erkennbaren Verbesserung der derzeitigen Situation“,  sondern vielmehr sei die Versorgung der Frauen in Gefahr.
Eine adäquate Versorgung und die im SPD-Antrag geforderte ärztliche Beratung stellen nach Ansicht der beiden Verbandsvorsitzenden daher ein ernsthaftes Problem dar. Laut Pro Familia ist auch die praktische Umsetzung in den Beratungsstellen ungeklärt: „Gerade die Bevorratung mit Verhütungsmitteln ist problematisch“, so Ellerstorfer. Eine fachgerechte Lagerung der Medikamente sei mit beträchtlichen Mehrkosten verbunden.

Wie so häufig war also der Vorschlag der SPD gut gemeint, mehr aber auch nicht. Die Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist eine Aufgabe, die sich eben nicht ohne weiters weiter delegieren lässt. Vielmehr bieten hier die Apotheken neben ihrer Beratungsleistung auch eine erhebliche logistische Leistung zu günstigen Preisen, mit langen Öffnungszeiten, auch am Samstag und im Notdienst.

Ein Kommentar zu SPD fordert Sondervertriebsweg für die „Pille“

Wenn man sich die Geburtenrate bei „benachteiligten Frauen“ anschaut wäre das vermutlich nur vernünftig. Fraglich ist aber, ob das überhaupt etwas bewirken würde! Andererseits ist das wohl eher ein reines Wahlkampf-Thema und wird nie ernsthaft in Betracht gezogen.

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